Die Automobilbranche in Deutschland steht vor einer ernsten Bewährungsprobe. Markus Herrmann, Sprecher der Stadtverwaltung Schwäbisch Gmünd, berichtet von einem besorgniserregenden Schweigen zur kritischen Lage der Industrie. In einem offenen Brief an die EU-Kommission, unterzeichnet von mehreren Bürgermeistern, warnt man vor den drohenden Folgen einer Deindustrialisierung. Besonders der Automobilzulieferer Bosch plant eine Produktionsverlagerung, die mehr als 2000 Arbeitsplätze bedroht. Die Stadtverwaltung fordert daher von der Bundesregierung rasches Handeln zur Förderung nachhaltiger Antriebstechnologien und zur Schaffung verlässlicher wirtschaftspolitischer Rahmenbedingungen.

In einer Zeit, in der Deutschland als wachstumsschwächster G7-Staat gilt, sind die steigenden Kosten und die unklare politische Situation zusätzliche Belastungen für die Automobilhersteller. Die Bürgermeister der betroffenen Regionen fordern nicht nur eine Planungssicherheit für die Unternehmen, sondern auch eine Technologieoffenheit und einen wesentlichen Ausbau der Lade- und Strominfrastruktur, um die Wettbewerbsfähigkeit der Branche zu sichern. Ohne entschlossenes politisches Handeln droht ein Verlust an internationaler Wettbewerbsfähigkeit, was schwerwiegende Auswirkungen auf die heimische Wirtschaft und die Schaffung von Arbeitsplätzen hätte.

Aktionsplan zur Stärkung der Automobilindustrie

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) hat kürzlich den Aktionsplan der Europäischen Kommission zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Automobilindustrie in Europa begrüßt. Dieser Plan zielt darauf ab, die Innovationsfähigkeit in zentralen Bereichen wie Digitalisierung und autonomem Fahren zu verbessern sowie resilientere Wertschöpfungsketten in kritischen Technologiebereichen, wie der Batteriezellfertigung, aufzubauen. Die Diskussion über die notwendige Strategie wird von Ursula von der Leyen geleitet, die die zweite Sitzung des strategischen Dialogs zur Zukunft der europäischen Automobilindustrie einberufen hat.

Ein zentraler Punkt des Aktionsplans sind massive Investitionen, um die grüne und digitale Transformation der Automobilindustrie in Europa voranzutreiben. Die vorgeschlagenen Maßnahmen sollen unter anderem die Elektromobilität fördern und sicherstellen, dass klimafreundliche Mobilität bezahlbar bleibt. Zudem sollen die Rahmenbedingungen für den Markthochlauf der Elektromobilität verbessert werden, um die klimaneutralen Ziele des Verkehrssektors zu erreichen. Hierbei sind die Beteiligung und Unterstützung aller Mitgliedstaaten von entscheidender Bedeutung.

Forderungen der lokalen Vertreter

Die Herausforderungen, vor denen die Automobilindustrie steht, sind jedoch nicht nur auf politische Entscheidungen auf europäischer Ebene beschränkt. Die Stadtverwaltung Schwäbisch Gmünd erwartet von den Bundestagsabgeordneten im Wahlkreis Unterstützung für die regionalen Unternehmen, die dringend auf Fördermittel und Investitionszuschüsse angewiesen sind. Um Arbeitsplätze zu sichern und alternative Branchen zu entwickeln, ist schnelles Handeln gefordert.

Mit der Forderung nach einem klaren Bekenntnis zur Automobilindustrie versuchen die Bürgermeister, ein Bewusstsein für die Bedeutung dieser Branche zu schaffen. Die Anstrengungen, die zur Sicherung der Arbeitsplätze erforderlich sind, müssen jetzt unternommen werden, um die Zukunft der deutschen Automobilindustrie und ihrer vielfältigen Wertschöpfungsketten nicht zu gefährden.

Ganz gleich, ob es um Energiestrategien, Bürokratieabbau oder den Ausbau von Ladeinfrastruktur geht, die Forderungen aus Schwäbisch Gmünd stehen in Einklang mit den Bestrebungen der Europäischen Kommission, die internationale Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Automobilindustrie zu stärken, wie das BMWK in seinem Aktionsplan skizziert. Ohne entsprechende Maßnahmen und politische Unterstützung könnte die deutsche Automobilbranche in eine noch tiefere Krise geraten, aus der es nur schwer einen Ausweg geben könnte.