In den kommenden Tagen wird in Nordrhein-Westfalen eine stirnrunzelnde Herausforderung für Autofahrer und Amphibien gleichermaßen erwartet. Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) hat angekündigt, dass durch die steigenden Temperaturen Tausende Kröten, Frösche und Molche auf Wanderschaft gehen werden. Dies führt zu einer erhöhten Gefahr für die Tiere, die häufig Straßen überqueren müssen, um zu ihren Laichgewässern zu gelangen. Nabu-Sprecher Michael Thissen macht deutlich, dass insbesondere in den Abendstunden auf Landstraßen besondere Vorsicht geboten ist. Autofahrer werden deshalb eindringlich gebeten, auf Warnschilder zu achten und, wenn möglich, alternative Routen zu wählen, um den Tieren Schutz zu bieten.

Um den Amphibien zu helfen, engagieren sich zahlreiche ehrenamtliche Helfer*innen in ganz Nordrhein-Westfalen. Diese sind an über 100 Standorten aktiv, wo Amphibienschutzzäune installiert und täglich kontrolliert werden. Bereits im Januar 2025 wurden die ersten mobilen Zäune in Mönchengladbach aufgestellt. Die Helferinnen und Helfer zählen die überqueren Tiere und bringen sie sicher über die Straßen, um die hohe Sterblichkeitsrate von bis zu 70 Prozent zu verringern. Solche hohen Verluste sind besonders bedenklich, da die Amphibien während der Paarungszeit von Überwinterungsorten zu guten Laichgewässern wandern, die bis zu mehrere Kilometer entfernt sein können.

Funktionen und Herausforderungen der Amphibienschutzzäune

Die Schutzzäune dienen dazu, die Tiere von den stark befahrenen Straßen fernzuhalten und die Überquerungen zu minimieren. Oftmals sind diese Zäune mit Eimern ausgestattet, in die die Amphibien fallen. Die ehrenamtlichen Helfer leeren die Eimer regelmäßig und bringen die Tiere sicher über die Straße. In vielen Regionen wurden bereits über 2.000 Amphibien gezählt, während in anderen Gebieten nur etwa 400 Tiere registriert wurden. Diese Variation hängt stark vom Mikroklima der jeweiligen Region ab.

Um zusätzlich auf diese Problematik aufmerksam zu machen, haben viele Kommunen spezielle Warnschilder mit Froschsymbolen an bekannten Wanderstrecken aufgestellt. Autofahrer*innen wird daher geraten, insbesondere in regnerischen Morgen-, Abend- und Nachtstunden, besonders achtsam zu fahren. Ein Tempolimit von 30 km/h oder langsamer wird empfohlen, um gefährliche Luftströme zu vermeiden, die für die Amphibien beim Überqueren der Straßen fatal sein können.

Das milde Wetter hat die Amphibien bereits frühzeitig aus ihren Winterverstecken gelockt, und die Paarungszeit hat begonnen. Dabei werden gute Laichgewässer, die mehrere hundert bis einige tausend Amphibien anziehen können, zu einem Sammelpunkt für die Tiere. Diese massenhaften Wanderungen stellen nicht nur eine Herausforderung für die Amphibien dar, sondern auch eine ernsthafte Gefahr im Straßenverkehr. Es bleibt zu hoffen, dass Autofahrer*innen die notwendigen Vorsichtsmaßnahmen ergreifen und sich der besonderen Situation bewusst sind.

Die ehrenamtliche Unterstützung wird weiterhin dringend benötigt. Interessierte Personen können sich an örtliche Gruppen des BUND oder NABU wenden, um im Spannungsfeld von Naturschutz und Verkehrssicherheit aktiv zu helfen. Der Schutz der Amphibien steht im Vordergrund, und es liegt an der Gemeinschaft, diese wertvollen Geschöpfe zu bewahren, während sie auf ihrer empfindlichen Wanderung zu ihren Laichplätzen sind.

Für weitere Informationen über die Amphibienwanderung und die Schutzmaßnahmen können Interessierte die Beiträge von Kölner Stadt-Anzeiger, NABU NRW und BUND einsehen: Kölner Stadt-Anzeiger, NABU NRW und BUND.