Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass die Unterstützung für die Suche nach einem Atomendlager in Deutschland in der Bevölkerung groß ist. Laut einer Erhebung, die alle zwei Jahre im Auftrag des Bundesamts für Sicherheit in der Endlagersuche (BASE) durchgeführt wird, befürworten 70 Prozent der Befragten das derzeitige Verfahren zur Endlagersuche. Lediglich 19 Prozent lehnen dieses ab, während 11 Prozent keine Angaben machen. Die detaillierten Ergebnisse dieser Umfrage werden am kommenden Montag veröffentlicht, wie remszeitung.de berichtet.

Erschreckend ist, dass die gesellschaftliche Akzeptanz für die Endlagersuche nicht nur vor dem Hintergrund der Umfrage steigt, sondern auch in den letzten Jahren signifikant gewachsen ist. Besonders unter den Befürwortern des Atomausstiegs unterstützen 75 Prozent die Suche nach einem Endlager, während sogar 69 Prozent der Gegner dieser Energiemethode sich der Suche nicht verschließen. Der Präsident von BASE, Christian Kühn, sieht die Ergebnisse der Umfrage als Rückenwind für das Suchverfahren.

Beteiligung der Bevölkerung gewinnt an Bedeutung

Ein hervorstechendes Ergebnis der Umfrage ist die zunehmende Bedeutung, die die Bürgerinnen und Bürger der Beteiligung an der Endlagersuche beimessen. Der Anteil der Befragten, der die Menschenbeteiligung als wichtig erachtet, ist von 50 Prozent im Jahr 2020 auf 65 Prozent gestiegen. Gleichzeitig fordern 68 Prozent der Teilnehmer eine hohe Sicherheit als zentrales Kriterium für die Auswahl möglicher Standorte, gefolgt von Transparenz (12 Prozent) und Beteiligung (7 Prozent).

Im Hinblick auf den Zeitrahmen für die Endlagersuche zeigen die Befragten unterschiedliche Ansprüche. Während 40 Prozent der Meinung sind, dass die Suche ohne zeitliche Vorgaben erfolgen sollte, wünschen sich 34 Prozent, dass bis zum Jahr 2031 ein geeigneter Standort gefunden wird. Gleichzeitig hatten bereits 2013 der Deutsche Bundestag und eine breite Mehrheit einen Neustart der Suche nach einem Endlager für hoch radioaktive Abfälle beschlossen, mit dem Ziel, bis spätestens 2050 einen geeigneten Standort zu ermitteln.

Forderungen nach mehr Transparenz

Während die Umfrage positive Resonanz findet, äußert der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) deutliche Bedenken bezüglich der Transparenz im Suchverfahren. Der BUND fordert, dass die Atommülllagersuche sich an ein selbstlernendes Verfahren anpassen müsse und echte Beteiligung sowie Transparenz in jedem Schritt der Suche gefordert sei. Unklarheiten über die Bewertung geologischer Informationen haben die Glaubwürdigkeit des Verfahrens beeinträchtigt, und einige Daten sind derzeit nur für das Nationale Begleitgremium (NBG) zugänglich, wie bund.net berichtet.

Die Mängel in der Bürgerbeteiligung, die durch die „Fachkonferenz Teilgebiete“ aufgezeigt wurden, haben ebenfalls die Notwendigkeit einer vollständigen Transparenz bekräftigt. Eine selbstorganisierte und unabhängige Beteiligung der Bevölkerung ist aus Sicht des BUND essenziell, um sicherzustellen, dass betroffene Bürger die komplexen Prozesse verstehen und überprüfen können. Zudem muss gewährleistet sein, dass die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung in die Arbeit der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) einfließen und dem Bundestag vorgelegt werden.

Insgesamt bleibt zu betonen, dass Sicherheit oberstes Gebot in der Endlagersuche sein muss. Der BUND warnt davor, mögliche Standorte aufgrund politischer Interessen oder unzureichender Daten auszuschließen und hebt hervor, dass kein geplanter „Endlager“-Standort auf lange Sicht vollständige Sicherheit garantieren kann.