Mitte März wurden in Wardenburg 650 neue Sträucher und Büsche entlang eines beliebten Wanderwegs gepflanzt. Dieser Weg führt vom Huntedeich über den Molkereiweg durch den Wardenburger Hochzeitswald und die Hallwiesen. Das Projekt, das von der Biologischen Schutzgemeinschaft Hunte Weser-Ems initiiert wurde, zielt darauf ab, geeignete Lebensräume für Vögel, Insekten und Säugetiere zu schaffen.
Insbesondere fand die Pflanzaktion als Teil eines Pilotprojekts statt, das die Kooperation zwischen der Biologischen Schutzgemeinschaft, dem kommunalen Bauhof und der Integrierten Gesamtschule (IGS) Am Everkamp umfasst. 15 Schüler aus drei Jahrgängen beteiligten sich aktiv an der Pflanzung, unterstützt von sechs ehrenamtlichen Helfern der Biologischen Schutzgemeinschaft und drei Mitarbeitern des Bauhofs. Ein Maschendrahtzaun schützt die jungen Pflanzen vor Fressfeinden wie Kaninchen und Rehen.
Förderung der Artenvielfalt
Das Hauptziel dieser Initiative ist die Förderung der Artenvielfalt und die Schaffung von Lebensräumen für Singvögel, Kleinsäugetiere und Insekten. Angesichts des bestätigten Artensterbens und des Verlusts von Ökosystemen in Deutschland ist jede Maßnahme zur Verbesserung der biologischen Vielfalt von großer Bedeutung. Laut der Vorsitzenden der Biologischen Schutzgemeinschaft, Christiane Lehmkuhl, ist die biologische Vielfalt in Deutschland stark gefährdet – über die Hälfte der Lebensräume ist in einem ökologisch bedenklichen Zustand, und ein Drittel der untersuchten Arten ist gefährdet.
Der Standort für die Pflanzaktion befindet sich zwischen Molkereiweg und Huntedeich, auf einem Areal, das der Gemeinde Wardenburg gehört. Die Biologische Schutzgemeinschaft hat hierfür einen Nutzungsvertrag abgeschlossen und kümmert sich auch um umliegende Flächen wie eine Streuobstwiese und extensives Grünland. Auch wird die IGS in künftige Projekte eingebunden, um Schüler weiter für den Naturschutz zu sensibilisieren.
Die Bedeutung des Erhalts der Biodiversität
Die Dringlichkeit solcher Projekte wird durch die Ergebnisse des Faktenchecks Artenvielfalt deutlich. Dieser Bericht, veröffentlicht von der Senckenberg-Gesellschaft für Naturforschung, beschreibt die unzureichende Umsetzung rechtlicher und förderpolitischer Instrumente im Naturschutzbereich und hebt die Notwendigkeit eines tiefgreifenden Wandels im Umgang mit Ökosystemen hervor. Auch wird auf die dramatischen Folgen eines Verlustes der biologischen Vielfalt für Ernährungssysteme hingewiesen.
Der Bericht sieht Hoffnung auf eine Stärkung des Biodiversitätsschutzes, betont jedoch, dass ökologische Fragen zunehmend in den Hintergrund rücken, insbesondere aufgrund politischer Krisen. Um die Herausforderungen erfolgreich zu bewältigen, ist die Integration von Biodiversität in verschiedene Bereiche wie Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft von entscheidender Bedeutung.
Das Wardenburger Projekt ist ein konkreter Schritt in Richtung einer nachhaltigeren Umwelt, sodass Lebensräume erneut miteinander vernetzt werden können. Auch der Zuschuss von der Bingo-Umweltstiftung unterstützt diese Bemühungen und soll eine langfristige Lösung für die Herausforderungen im Biodiversitätsschutz bieten.