Die Waldbrandgefahr in Osterholz-Scharmbeck hat in den letzten Tagen alarmierende Ausmaße angenommen. Laut Meteorologen sind im norddeutschen Raum keine Niederschläge in Sicht, wodurch die Risikolage weiter verschärft wird. Heiko Ehing, der Kreis-Waldbrandbeauftragte, ruft die Bevölkerung zur erhöhten Aufmerksamkeit auf, insbesondere in gefährdeten Gebieten wie den Nadelwald- und Heideflächen, darunter Schmidts Kiefern und die bewaldeten Flächen nordwestlich von Wallhöfen. Im Falle eines Brandes sollte die Feuerwehr unter Notruf 112 alarmiert werden, so die klare Ansage von Ehing.
Waldbrände treten häufig zwischen 11 und 17 Uhr auf, da zu diesen Zeiten die Luft- und Bodenfeuchtigkeit am niedrigsten ist. Besonders das trockene Unterholz, bestehend aus Reit- und Bentgras sowie Heidekraut, ist leicht entzündlich und stellt eine große Gefahr dar. Sandböden sind zusätzlich riskant, da sie schneller austrocknen. Nadelbäume wie Kiefern und Douglasien tragen zur Ausbreitung von Bränden bei, indem sie entzündbare Gase freisetzen, insbesondere bei hohen Temperaturen. Ehing warnt eindringlich vor dem Rauchen im Wald, da glimmende Zigarettenkippen häufig zu Waldbränden führen können.
Aktueller Waldbrandgefahrenindex
Zusätzlich zur Waldbrandgefahr stellen Brände in Moorgrundstücken ein spezielles Risiko dar, da hier Feuer tief im moorigen Untergrund entstehen können. Diese unterirdischen Brände sind besonders schwer zu löschen und können sich rasch ausbreiten. Vor diesem Hintergrund sollten Spaziergänger und Erholungsuchende besondere Umsicht walten lassen und auf Waldwegen bleiben. Das Parken von Fahrzeugen auf trockenen Grasflächen sollte ebenfalls vermieden werden, um Brandgefahr durch Katalysatorhitze zu vermindern. Das Grillen im Wald ist ausnahmslos verboten.
Präventionsmaßnahmen und Ausblick
Um die Sicherheit zu gewährleisten, werden Waldwege offen gehalten, um einen zügigen Zugang für Einsatzfahrzeuge zu ermöglichen. Ehing beschäftigt sich nicht nur mit der Prävention, sondern begleitet auch Löschübungen im Forst und führt die Einsatzkräfte bei Einsätzen an den Brandherd. Neben Ehing sind im Landkreis Osterholz noch zwei weitere Waldbrandbeauftragte aktiv, die gemeinsam daran arbeiten, die Waldbrandgefahr zu minimieren.
Die zunehmende Gefährdung durch Waldbrände wird auch durch die Klimaforschung deutlich. Das Projekt Waldwissen gibt an, dass die Prognosen auf eine Erwärmung des Klimas hinweisen, die katastrophale Wetterereignisse wie Hitzewellen, Sturmereignisse und Starkregenereignisse mit sich bringen könnte. Die Zusammenhänge zwischen Klimawandel und Waldbrandgefahr müssen ernst genommen werden, um zukünftige Brandgefahren besser zu steuern.
Angesichts der aktuellen Lage ist es von entscheidender Bedeutung, dass die Bevölkerung wachsam bleibt und sich an die Sicherheitsvorschriften hält, um Wald- und Moorbrände bestmöglich zu vermeiden.