Die Feuerwehr Wildeshausen hat ein umfangreiches Deeskalationstraining gestartet, um ihre Einsatzkräfte auf mögliche Gewaltsituationen während ihrer Einsätze vorzubereiten. Dies ist besonders relevant, da Gewalt gegen Einsatzkräfte nicht nur in urbanen Zentren, sondern auch in ländlichen Regionen ansteigt. Ein aktueller Vorfall bei Oldenburg, bei dem ein Feuerwehrmann von einem Autofahrer verletzt wurde, verdeutlicht die Dringlichkeit dieser Maßnahme. Dieser Zusammenhang zeigt, dass die Bedrohungslage ernst genommen werden muss, sodass die Feuerwehr in Wildeshausen nun präventiv handelt, um ihre Mitglieder zu schützen und zu stärken. Wie die Kreiszeitung berichtet, begann das Projekt im Feuerwehrhaus mit einer Theorieeinheit, gefolgt von praktischen Übungen in einer Sporthalle.
Das Training zielt darauf ab, Eskalationen frühzeitig zu erkennen und zu vermeiden. Im Vordergrund steht, dass Einsatzkräfte sich in bedrohlichen Situationen zurückziehen, anstatt sich in gefährliche Auseinandersetzungen verwickeln zu lassen. Teilnehmer lernen, die besten Schutzmaßnahmen zu ergreifen, insbesondere wenn sie es mit aggressiven Personen zu tun haben, die möglicherweise unter dem Einfluss von Drogen stehen oder eine ablehnende Haltung gegenüber Einsatzkräften zeigen.
Deeskalation als Schlüssel zur Sicherheit
Max Eggeling, ein Experte für Deeskalation und Gewaltprävention, hebt hervor, dass Gewalt häufig in Zwangslagen auftritt, in denen Menschen keine anderen Lösungswege finden. Dies gilt nicht nur für den Feuerwehrdienst, sondern auch für viele andere Bereiche, wo Personal mit Menschen in Extremsituationen konfrontiert wird, wie beispielsweise in Schulen, Behörden oder bei der Drogenhilfe. Laut DGUV sind die häufigsten Formen von Gewalt am Arbeitsplatz verbale Übergriffe.
Um die Sicherheit der Einsatzkräfte zu gewährleisten, ist eine präventive Vorbereitung sehr wichtig. Die Schulungen bieten Handlungsalternativen und verbessern die Kommunikation, was entscheidend ist, um Deeskalation erfolgreich umzusetzen. Die 12 Grundregeln der Deeskalation beinhalten essentielle Ansätze, wie etwa die eigene Sicherheit der Mitarbeitenden zu priorisieren und mit einer ruhigen Körpersprache auf Provokationen zu reagieren.
Praktische Tipps für den Einsatz
Zu den praktischen Deeskalationsstrategien gehören: das frühzeitige Erkennen von Anzeichen körperlicher Erregung, das Entfernen von Schaulustigen aus der Situation und das Halten eines sicheren Abstands zu potenziell aggressiven Personen. In kritischen Momenten ist auch die Selbstberuhigung wichtig, um rational auf die jeweilige Lage zu reagieren. Die Psychologie hinter der Deeskalation zeigt, dass einfühlsame Kommunikation und das Verständnis für die Bedürfnisse und Gefühle anderer eine zentrale Rolle spielen.
Die Feuerwehrleute in Wildeshausen nehmen diese Herausforderungen ernst und setzen alles daran, sich bestmöglich auf ihre Einsätze vorzubereiten. Mit der Einführung dieser Trainings hoffen sie, nicht nur die eigene Sicherheit zu gewährleisten, sondern auch gewaltsame Konflikte von vornherein zu vermeiden.