Am Sonntagnachmittag ist das Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Frankenstein vollständig ausgebrannt. Der Brand hat das Gebäude außerhalb Betrieb gesetzt, und erste Informationen über die weitere Vorgehensweise nach dem Vorfall bleiben derzeit unklar. Die Freiwillige Feuerwehr des Nachbarorts Weidenthal ist ebenso betroffen von den Konsequenzen dieses Ereignisses, das die gesamte Region beeinflusst.

Die Situation stellt eine Herausforderung für die betroffenen Einsatzkräfte dar. Gemeinsam haben die Feuerwehren Frankenstein und Weidenthal am Mittwochabend eine Übung durchgeführt, unter dem Thema „Wasserförderung über lange Wegstrecken“. Ziel dieser Übung war die Intensivierung der Kommunikation zwischen der Führungsebene und den Maschinisten. Dabei ging es auch um die technischen Möglichkeiten beider Einheiten und den Ausbau der interkommunalen Zusammenarbeit zwischen den Verbänden in Lambrecht und Enkenbach-Alsenborn.

Übungs- und Einsatzszenarien

Für die Atemschutzgeräteträger ist es notwendig, jährlich eine einsatznahe Belastungsübung erfolgreich abzulegen. Diese Übungen finden typischerweise auf der Atemschutzstrecke der Freiwilligen Feuerwehr Landau statt. Beispielsweise wurde am 19. Mai 2018 ein 24-Stunden-Tag der Jugendfeuerwehr in Weidenthal veranstaltet, an dem acht Jugendliche und sieben Betreuer teilnahmen. Darüber hinaus gab es im Oktober 2017 das erste Völkerballturnier der Sportgruppe der Feuerwehr Lambrecht.

Die Feuerwehren in der Region haben sich auch durch tragische Vorfälle geprägt. So wurde um den Verlust von zwei Kameraden getrauert, die im Einsatz auf der A2 ums Leben kamen, sowie einem weiteren Mitglied der BASF Werkfeuerwehr, das 11 Monate nach einem Unglück verstarb. Diese Ereignisse unterstreichen die Gefahren, denen Feuerwehrangehörige täglich ausgesetzt sind.

Herausforderungen für die Feuerwehren

Wie aktuelle Berichte zeigen, sind Feuerwehren heutzutage mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert. So haben die Feuerwehren in den Gemeinden Urtenen-Schönbühl, Moosseedorf, Zollikofen und Münchenbuchsee tagsüber an Werktagen Engpässe bei der Verfügbarkeit ihrer Einsatzkräfte. Die Mitglieder arbeiten oft nicht mehr in der Nähe ihrer Wohnorte, was eine schnelle Reaktion auf Alarme erschwert. Zudem steigen die Anforderungen an die Feuerwehren in Bezug auf die Anschaffung und Bewirtschaftung komplexerer Einsatzmittel.

Ein Anstieg des administrativen Aufwands, insbesondere bei der Erstellung von Einsatzrapporten und Finanzplänen, stellt eine zusätzliche Herausforderung dar. Die hohe personelle Ressourcenbindung der Feuerwehrkader bringt das traditionelle Milizsystem an seine Grenzen. Deshalb wurde im Frühjahr 2017 das Projekt „Interkommunale Zusammenarbeit Feuerwehren“ ins Leben gerufen, um diese Herausforderungen zu analysieren und zu bewältigen.

Durch eine ausführliche Analyse konnten Probleme bei der Tagesverfügbarkeit sowie steigende Anforderungen festgestellt werden. Darauf aufbauend wurden verschiedene Modelle für eine interkommunale Zusammenarbeit überprüft, mit dem Ziel, eine Entwicklungsstrategie für eine regionale Feuerwehr auszuarbeiten. Ende 2021 stimmten die Gemeinderäte der beteiligten Gemeinden einstimmig über ein Kooperationsmodell ab, welches von der Bevölkerung positiv angenommen wurde.

Die Ereignisse rund um die Freiwillige Feuerwehr Frankenstein und die damit verbundenen Herausforderungen verdeutlichen die Wichtigkeit der Zusammenarbeit und der ständigen Anpassung an die sich ändernden Gegebenheiten im Feuerwehrwesen.