Inmitten der anhaltenden Konflikte im Jemen haben führende Mitglieder der Huthi-Miliz die Hauptstadt Sanaa verlassen und sich in ländliche Gebiete zurückgezogen. Dies geschah nach massiven Luftangriffen der USA, die laut Tagesspiegel auf Befehl von Präsident Donald Trump durchgeführt wurden. Die Angriffe wurden als Antwort auf die wiederholten Drohungen der Huthi angekündigt, Schiffe im Roten Meer zu attackieren.

Die US-Militäroperation zielte auf Stützpunkte, Raketenabwehrstellungen sowie hochrangige Kommandanten der Huthi ab. In einem Bericht des NZZ heißt es, dass dies der erste große Militärschlag in Trumps zweiter Amtszeit sei. Das von den Huthi kontrollierte Gesundheitsministerium meldete mindestens 32 Tote und 101 Verletzte durch die Bombardierungen.

Angriffe auf Schiffe und Reaktionen

Die Huthi-Miliz hat seit Beginn des Gaza-Kriegs im Oktober 2023 mehr als 100 Schiffe angegriffen, die angeblich mit Israel in Verbindung stehen. Dies führte zu einem gefährlichen Anstieg der Spannungen im Roten Meer, wo über 10% des weltweiten Handels verlaufen. Laut NZZ haben große Containerschiff-Reedereien mittlerweile ihre Routen geändert, um den Gefahren zu entgehen.

Die Huthi begründen ihre Angriffe als Reaktion auf den Krieg gegen die Hamas und beabsichtigen, ihre Offensive fortzusetzen, bis Israel seine Luftangriffe auf Palästinenser einstellt. Donald Trump forderte Iran auf, die Unterstützung für die Huthi zu beenden und warnte, dass die USA konsequent reagieren würden, was auch als Druckmittel gegen das iranische Regime gesehen wird.

Kontext des Konflikts

Der Bürgerkrieg im Jemen tobt seit 2014 und hat eine der schwersten humanitären Krisen weltweit ausgelöst. Mehr als 18 Millionen Menschen benötigen humanitäre Hilfe, während 4,5 Millionen Menschen als Binnenflüchtlinge im Land leben. Zugang zu Wasser, Gesundheitsversorgung und Bildung ist stark eingeschränkt, was die Situation weiter verschärft.

Die Huthi kontrollieren mittlerweile große Teile des Nordjemen, einschließlich der Hauptstadt Sanaa, und haben sich als Teil der „Achse des Widerstands“ positioniert, unterstützt von Iran. Die Intervention Saudi-Arabiens im Jahr 2015 zielt darauf ab, die Huthi zu vertreiben und die international anerkannte Regierung unter Präsident Hadi wiederherzustellen. Der Konflikt hat sich durch die unterschiedlichen Interessen der beteiligten Akteure nur weiter verkompliziert.

Trotz der Spannungen und Kämpfe bleibt die Hoffnung auf eine diplomatische Lösung fern. Die letzte Waffenruhe, die im April 2022 initiiert wurde, konnte keine dauerhaften Fortschritte bringen.