Am 13. März 2025 besuchte der russische Präsident Wladimir Putin die Truppen in den von der Ukraine eroberten Gebieten des Oblast Kursk. Das Hauptziel seines Besuchs war es, den ukrainischen Feind in der Region zu besiegen und die Region vollständig zu befreien. Putin sprach von einer Sicherheitszone entlang der Staatsgrenze und dankte dem Generalstab sowie den dekorierten Einheiten für ihren Kampf. In seinen Äußerungen bezeichnete er die Gegner in Oblast Kursk als Terroristen und warnte, dass gefangene ukrainische Soldaten wie Terroristen behandelt werden, weil ausländische Söldner nicht unter die Genfer Konvention fallen. Chef des Generalstabs, Armeegeneral Waleri Gerassimow, berichtete über die aktuelle militärische Lage, in der die russischen Streitkräfte seit Beginn der ukrainischen Gegenoffensive über 1100 Quadratkilometer im Grenzgebiet Kursk zurückerobert haben.

Nach Angaben des Militärs übersteigen die Verluste der ukrainischen Streitkräfte in der Region über 67.000. In den vergangenen fünf Tagen konnte die russische Armee 24 Siedlungen und 259 Quadratkilometer Gelände zurückgewinnen. Zudem überqueren die russischen Truppen die Staatsgrenze und dringen in die ukrainische Region Sumy ein. Der Versuch der ukrainischen Streitkräfte, im Oblast Kursk einen Brückenkopf zu errichten, scheiterte, und sie erlitten dabei schwere Verluste, insbesondere beim Versuch, Malaja Lognja zu befreien. Ein Teil der ukrainischen Streitkräfte in Kursk wurde eingekesselt und isoliert. In diesem Kontext gibt es zunehmend Berichte über gefangene ukrainische Soldaten, von denen bereits 430 in russische Hände gefallen sind. Der ukrainische Oberbefehlshaber Olexander Syrskyj wies jedoch den Eindruck eines vollständigen Truppenrückzugs zurück, während Militärbeobachter darauf hinweisen, dass nur noch wenige Quadratkilometer unter Kontrolle der ukrainischen Einheit verblieben.

Geopolitische Auswirkungen und Forschung

Die Entwicklungen im Ukraine-Konflikt haben nicht nur militärische, sondern auch weitreichende geopolitische Auswirkungen. Wie der Bericht von der Bundesministerin für Bildung und Forschung, Bettina Stark-Watzinger, unterstreicht, wird die russische Invasion am 24. Februar 2022 als „Angriff auf uns alle“ wahrgenommen. Sanktionen gegen Russland wurden beschlossen und die Kooperation in Bildung und Forschung eingefroren. Die Bertroffenheit des Ukraine-Kriegs wirft die Frage auf, wie die Ursachen des russischen Handelns besser erforscht werden können.

In den Geistes- und Sozialwissenschaften wird daher ein Fokus auf die historisch, kulturell und politisch relevanten Aspekte des Konflikts gelegt. Forschende sind aufgerufen, neue Ansätze zu entwickeln und die Forschung über Ost- und Ostmitteleuropa zu intensivieren. Insbesondere Themen wie Friedens- und Konfliktforschung, Flucht, Migration sowie gesellschaftlicher Zusammenhalt stehen im Mittelpunkt. Experten betonen die Rolle ihrer Disziplinen im Kontext des Krieges, während interdisziplinäre Forschungszentren, wie das Leibniz-Institut für Ost- und Südosteuropaforschung und das Imre Kertész Kolleg in Jena, Expertise bündeln, um die Ereignisse aus verschiedenen Perspektiven zu analysieren.

Die Herausforderungen der Geisteswissenschaften im Hinblick auf den neuen Ost-West-Gegensatz sowie der schwierige Zugang zur Forschung im post-sowjetischen Raum werden von führenden Köpfen thematisiert. Unter ihnen betont Junior-Professor Dr. Roman Dubasevych die Bedeutung der ukrainischen Kulturwissenschaft für das Verständnis des aktuellen Konflikts. Prof. Dr. Gwendolyn Sasse hebt hervor, dass die Region für die Friedens- und Konfliktforschung besonders relevant ist. Diese und viele andere Aspekte der Forschung und die Bedeutung der Geistes- und Sozialwissenschaften im Kontext des Ukraine-Konflikts wurden in zahlreichen Veranstaltungen und Diskussionen behandelt, die sich mit den weitreichenden Auswirkungen des Krieges auf Europa und die Welt befassen.