Eine neue Insel hat sich vor der Argenmündung gebildet, was zu erheblichen Veränderungen im Abfluss der Argen in den Bodensee geführt hat. Die Hafeneinfahrten des BMK-Hafens in Langenargen und des Hafens Ultramarin Kressbronn sind mittlerweile kaum noch befahrbar. Die vor der Landung entstandene Insel hat die Fließrichtung der Argen nach Westen verändert, wodurch eine kleine Landzunge durchbrochen wurde, die bei Niedrigwasser die Argen und die Hafeneinfahrt voneinander trennte. Angela Mesmer, die Hafenleitung im BMK-Yachthafen Langenargen, äußerte, dass die Hafenanlagen in Verbindung mit den Landratsämtern und dem Regierungspräsidium stehen, um die Situation zu klären.
Ab Montag werden Baggerarbeiten beginnen, um eine neue Rinne zu schaffen, die den ungehinderten Fluss des Wassers aus der Argen in den Bodensee gewährleisten soll. Diese Arbeiten wurden von den zuständigen Behörden genehmigt und sollen voraussichtlich bis in den Februar andauern. Solche Verlandungen sind selten, da nur wenige Flüsse wie die Argen solche Mengen an Geschiebe transportieren.
Wasserstände und Schifffahrt
Die veränderte Fließrichtung hat direkte Auswirkungen auf die Nutzung des Sees. Schiffe mit größerem Tiefgang können die Hafeneinfahrt nicht mehr befahren. Dies hat dazu geführt, dass die Wasserschutzpolizei ihr Polizeiboot aus dem Hafen verlegen musste, da die Wassertiefe nicht mehr ausreichend war. Zudem haben die Verantwortlichen des Kressbronner Hafens Ultramarin ebenfalls Sedimentansammlungen in ihrer Hafeneinfahrt beobachtet, wenn auch nicht in so dramatischem Ausmaß wie in Langenargen.
Die Bildung von Inseln ist ein faszinierendes geologisches Phänomen, das auf verschiedene Prozesse zurückzuführen ist. Diese umfassen die Hebung, die durch tektonische Kräfte, vulkanische Aktivitäten oder isostatische Ausgleichsvorgänge auftreten kann. Solche Hebungsprozesse sind entscheidend für die Entstehung von Inseln und deren geologischen Charakteristika. Interdisziplinäre Ansätze in Geologie, Geophysik und Ozeanografie helfen dabei, diese Mechanismen besser zu verstehen. In vielen Fällen interagieren diese Hebungsprozesse auch mit Erosion und Vulkanismus, wodurch die Stabilität und Ausdehnung von Inseln beeinflusst wird.
Inselbildung im globalen Kontext
Ein bemerkenswertes Beispiel für diesen geologischen Prozess sind die Kanarischen Inseln, die durch Hotspot-Vulkanismus entstanden sind. Die Entstehung dieser vulkanischen Inselgruppe im Atlantischen Ozean zeigt eindrucksvoll, wie hebende Ereignisse, wie das Aufsteigen heißer Materialien aus dem Erdmantel, zur Schaffung neuer Landmassen führen können. Diese Art von Vulkanismus kann in mehreren Stadien erfolgen, die von underwater vulcanic activities bis zur Erosion und Sedimentation reichen.
Die Kanarischen Inseln illustrieren auch die Rolle von Erosion und marinen Prozessen, die die Küstenlandschaft formen und Lebensräume schaffen. Vulkanische Aktivitäten bringen nicht nur neue Landmassen hervor, sondern sie erzeugen auch eine Vielfalt an Gesteinen, die zur Fruchtbarkeit der Böden beitragen. Im Beispiel der Kanarischen Inseln fanden vulkanische Eruptionen vor etwa 20 Millionen Jahren während des Miozäns statt, was zu den beeindruckenden geologischen Strukturen und Landschaften führte, die wir heute sehen können.