Die Theodor-Haubach-Grundschule (THS) in Hamburg, Bezirk Altona, stand kürzlich in der Kritik, weil sie in ihrem Schulkalender ausschließlich islamische Feiertage verzeichnet hatte, während christliche Feiertage gänzlich fehlten. Die Aufregung in den sozialen Medien war groß, als die Schüler- und Elternschaft auf diesen Missstand aufmerksam machte. Unter den aufgeführten islamischen Feiertagen befanden sich der Beginn des Ramadan am 28. Februar, das Ende des Ramadan am 30. März, das Fastenbrechen am 31. März und das iranische Neujahrsfest (Nowruz) am 20. März, sowie das islamische Opferfest, das vom 4. bis 9. Juni stattfindet, wie Freilich Magazin berichtet.

Nachdem die Kritik laut wurde, reagierte die Schule und ergänzte die christlichen Feiertage in ihren Kalender. Dazu gehören jetzt Ostern, Pfingsten, Adventssonntage und Weihnachtsfeiertage. Diese Änderungen traten ein, nachdem die Schule zuvor auf die Notwendigkeit hingewiesen worden war, die Vielfalt der Religionszugehörigkeiten in der Schulgemeinschaft besser abzubilden. Die Eltern hatten sich mehrfach über das Fehlen der christlichen Feiertage beschwert, jedoch blieb eine direkte Stellungnahme der Schule zu den Fragen der Religionszugehörigkeit der Schüler zunächst aus.

Schulprofil und Unterrichtskonzept

Die Theodor-Haubach-Grundschule verfolgt ein unkonventionelles Unterrichtsmodell. Bis 2018 arbeitete die Schule mit jahrgangsübergreifenden Lerngruppen, kehrte jedoch zu homogenen Lerngruppen zurück. An der THS gibt es keine Noten; stattdessen wird ein „kompetenzorientiertes Rasterzeugnis“ verwendet. Hausaufgaben werden lediglich in Einzelfällen oder zu besonderen Anlässen aufgegeben. Dies steht im Einklang mit der Selbstverständnis der Schule als „demokratische Schule“, die seit 2021 eine Arbeitsgemeinschaft für gleichberechtigte Vielfalt anbietet, die sich gegen Rassismus und Diskriminierung einsetzt.

Zusätzlich zu ihrem Lehrplans bietet die THS Fremdsprachenunterricht in Türkisch und Französisch an. Die Französischkurse werden in Kooperation mit einer Sprachschule durchgeführt, wobei hierbei Kosten für die Eltern anfallen, was in der aktuellen Diskussion über Teilhabe und Chancengleichheit für alle Schüler hervorzuheben ist.

Ein weiterer Aspekt der Schulpolitik der THS bezieht sich auf die Empfehlungen zur Kostümwahl für den Fasching. Im Jahr 2022 wurden Eltern dazu ermutigt, diskriminierende und geschlechtsspezifische Kostümierungen zu vermeiden. In einem schriftlichen Brief, den die Schule kürzlich versandte, wurde darauf hingewiesen, dass Kinder sich kreativer als Berufe oder Pflanzen verkleiden sollten, anstatt auf stereotype Darstellungen zurückzugreifen – eine Maßnahme, die die Schule als Teil ihrer Bemühungen um Vielfalt sieht.

Während die Diskussion um den Schulkalender und die Fokussierung auf islamische Feiertage weiterführt, zeigt die Theodor-Haubach-Grundschule mit den vorgenommenen Ergänzungen und den angestrebten interkulturellen Dialogen, dass sie sich bemüht, die unterschiedlichen Glaubensrichtungen ihrer Schülerschaft zu respektieren und zu integrieren. Laut den KMK ist es unerlässlich, dass Schulen in einem multikulturellen Umfeld die Notwendigkeit der interkulturellen Bildung begreifen und umsetzen.