Im Lockwitztal, unweit der Stadt Kreischa, hat eine Familie von Bibern ein beeindruckendes Revier geschaffen. Hier stauen die Tiere einen kleinen Bach, was zur Bildung mehrerer Teiche geführt hat. Diese Teiche fördern nicht nur die Artenvielfalt, sondern steigern auch den Grundwasserspiegel in der Region. Das Landratsamt Pirna ergreift jedoch Maßnahmen, da die Biberdämme in den letzten Monaten mehrfach zerstört wurden.
Der erste Vorfall ereignete sich im Oktober 2023, als ein Damm aufgeschlitzt wurde, was zu einem Abfluss von Wasser führte. Ein weiterer Vorfall fand Ende August 2024 statt, bei dem ein Damm erneut geschlitzt und ein anderer vollständig entfernt wurde. Trotz dieser Zerstörungen haben die Biber ihre Dämme repariert, was zeigt, wie engagiert sie in ihrem Lebensraum sind. In Zusammenarbeit mit örtlichen Naturschutzbehörden wurden Kameras im Biberrevier installiert, um das Verhalten und die Aktivitäten der Tiere zu überwachen.
Biberdämme und ihre Bedeutung
Die von Bibern errichteten Dämme sind nicht nur eine beeindruckende ingenieurtechnische Leistung, sondern sie spielen auch eine wichtige Rolle im Ökosystem. Biberdämme werden aus senkrecht in das Flussbett gesteckten Ästen, Zweigen, Schlamm, Steinen und pflanzlichen Materialien gebaut. Diese Dämme haben in der Regel eine Höhe zwischen 70 und 100 cm und können den Wasserpegel deutlich anheben, wodurch neue Biotope entstehen.Biber kontrollieren und bessern ihre Dämme ständig aus, indem sie regelmäßig neue Materialien hinzufügen. Aufgrund ihrer Konstruktion können diese Stauwerke bis zu einem Kilometer weit zurückstauen.
Der Lebensraum der Biber ist eng verbunden mit der Wassertiefe. Der Biber benötigt eine Mindestwassertiefe von 80 bis 100 cm, um sicher tauchen und schwimmen zu können. In natürlichen Gewässern, in denen diese Tiefe nicht gegeben ist, beginnen die Biber mit dem Damm-Bau.Ideal ist ein reich strukturiertes Habitat, das dichte Vegetation an den Ufern bietet und in dem Gewässer nicht austrocknet oder bis zum Grund zufriert.
Die Fragen des Naturschutzes
Trotz des positiven ökologischen Einflusses der Biber ist die regelmäßige Zerstörung ihrer Dämme besorgniserregend. Das Naturschutzreferat des Landratsamtes ist ratlos über die Motive der Damm-Zerstörer, da keine wirtschaftlichen Interessen erkennbar sind. Biber sind streng geschützt, und die Zerstörung ihrer Bauten ist strafbar.
Die Akzeptanz von Bibern in stark besiedelten Gebieten bleibt ein Thema von Interesse. Trotz ihrer Neigung, in Kombination mit menschlichen Siedlungen zu leben, müssen Schutzmaßnahmen getroffen werden, um ihre Sicherheit zu gewährleisten. Biber sind dämmerungs- und nachtaktiv, suchen tagsüber Schutz in ihren Höhlen und leisten einen wertvollen Beitrag zu den Ökosystemen, in denen sie leben.Sie sind anpassungsfähig und sogar tolerant gegenüber menschlichen Störungen, jedoch bedrohen sie aktuelle Gefahren wie streunende Hunde und den Straßenverkehr.