Am 6. März 2025 hat Ägypten einen umfassenden Plan für die Zukunft des Gazastreifens vorgestellt, der darauf abzielt, die radikal-islamische Hamas weitgehend zu entmachten. Stattdessen soll eine Verwaltung geschaffen werden, die von arabischen, muslimischen und westlichen Staaten kontrolliert wird. Der Plan wurde Reuters vorgelegt und soll beim bevorstehenden Gipfeltreffen der Arabischen Liga in Kairo präsentiert werden. Ägypten, Jordanien sowie die Golfstaaten suchen nach Alternativen zum umstrittenen Plan von US-Präsident Donald Trump, der eine Zwangsumsiedlung der palästinensischen Bevölkerung vorsieht und den Küstenstreifen zu einer „Riviera des Nahen Ostens“ verwandeln möchte, wie sueddeutsche.de berichtet.

Der ägyptische Plan sieht die Bildung einer Übergangsverwaltung vor und schließt eine führende Rolle der Hamas im Gazastreifen aus. Sicherheits- und Führungsgremien werden von einem Lenkungsausschuss geleitet, der Staaten wie die USA, Großbritannien und andere europäische sowie arabische Länder umfasst. Ein Hauptanliegen des Plans ist die Sicherheit und die Schaffung einer neuen örtlichen Polizei, unterstützt durch eine internationale Stabilisierungstruppe, wie n-tv.de detailliert beschreibt.

Finanzierung und Umsetzung des Wiederaufbaus

Für den Wiederaufbau des Gazastreifens werden geschätzte Kosten von 53 Milliarden Dollar veranschlagt. In Ägyptens Wiederaufbauplan soll innerhalb von fünf Jahren eine Infrastruktur mit circa 400.000 neuen Wohneinheiten entstehen, die Platz für bis zu drei Millionen Menschen bieten soll. Geplant sind zudem der Bau eines Hafens, eines Flughafens, Industriegebieten und Hotelanlagen, um die wirtschaftliche Situation zu stabilisieren, wie in einem Dokument mit dem Titel „Gaza 2030“ beschrieben wird. Dieses Dokument enthält auch KI-generierte Bilder von Wohnanlagen und Parks, die den neuen Wohnraum visualisieren, wie zeit.de hervorhebt.

Ein zentrale Herausforderung bleibt die Klärung der Rolle der Hamas und die notwendige Abgabe von Macht an eine Übergangsregierung aus politisch unabhängigen Mitgliedern. Die international unterstützte Palästinensische Autonomiebehörde soll zu einem späteren Zeitpunkt die Kontrolle übernehmen. Während die Hamas erklärt hat, sie sei bereit, die Macht abzugeben, knüpft sie dies an die Bedingung eines palästinensischen Staates. Diese Unsicherheit über die zukünftige politische Landschaft könnte die Finanzierung und Umsetzung des Plans gefährden, da internationale Finanzhilfen derzeit ausbleiben, solange Hamas an der lokalen Regierungsführung festhält.

Internationale Reaktionen und Perspektiven

Die Arabische Liga zeigt sich offen für die ägyptischen Vorschläge, obgleich der Plan stark von den erfolgten Verhandlungen zwischen Israelis und Palästinensern sowie den bisherigen internationalen Reaktionen abhängt. Das Engagement von Ägypten, Jordanien und anderen arabischen Staaten, die palästinensischen Polizeikräfte auszubilden, stellt einen weiteren Schritt zur Stabilisierung des Gebiets dar. Unklar bleibt jedoch die Zukunft des Gazastreifens und ob die kürzlich ausgehandelte Waffenruhe Bestand hat, was die Umsetzung der umfassenden Wiederaufbaupläne zusätzlich kompliziert.

Die internationale Gemeinschaft, einschließlich der UN, wird voraussichtlich eine Schlüsselrolle bei der Unterstützung der ägyptischen Vorschläge spielen müssen, während die Diskussion über die Umsetzung und die Sicherheit im Vordergrund bleibt. Der Plan ist als direkte Antwort auf Trumps umstrittene Vorschläge zu werten, die international auf breite Empörung stießen und von den UN als mögliche „ethnische Säuerung“ des Gebiets kritisiert wurden.