Die Bundesregierung hat am 11. Januar 2025 neue Maßnahmen zur Förderung der Elektromobilität in Deutschland beschlossen. Ab dem 1. Januar 2028 sind Tankstellen in Deutschland verpflichtet, mindestens eine Schnellladesäule für Elektroautos zu installieren. Diese Regelung betrifft weitreichend die etwa 1,52 Millionen Elektroautofahrer, die momentan in Deutschland registriert sind. Bis zum 1. Juli 2024 waren bereits genau diese 1,52 Millionen Elektroautos zugelassen. Die Zahl hat 2022 die Marke von einer Million überschritten und soll bis 2030 auf 15 Millionen ansteigen.
Um den steigenden Bedarf an Ladeinfrastruktur zu decken, müssen betroffene Tankstellenbetreiber bereits ab 2026 mit dem Aufbau der Schnellladeanlagen beginnen. Diese müssen eine Mindestleistung von 150 Kilowatt bieten. Etwa ein Dutzend Unternehmen wird voraussichtlich von dieser Regelung betroffen sein. Laut einer Studie des Unternehmens GridX zur Ladeinfrastruktur in Europa, die rund 750.000 Ladepunkte in 32 Ländern untersucht hat, ist der Ausbau der Schnellladesäulen besonders entscheidend.
Schnellladeinfrastruktur im Fokus
Die Studie zeigt, dass Schnellladesäulen in Europa mittlerweile um 96% schneller installiert werden als herkömmliche Wechselstrom-Ladestationen. In Deutschland sind derzeit 120.625 Ladepunkte vorhanden, wobei das Land hinter den Niederlanden (144.453) den zweiten Platz einnimmt. Mit 145 Ladepunkten pro 100.000 Einwohner belegt Deutschland den 13. Platz in Europa. Bezüglich der installierten Leistung liegt Deutschland mit 6730 kW pro 100.000 Einwohner auf dem 11. Platz.
Der kontinuierliche Ausbau der Ladeinfrastruktur ist unerlässlich, um den geplanten Absatz von 40 Millionen Elektroautos bis 2030 zu erreichen. Der EU zufolge müsste die Ladekapazität dafür um das 46-fache gesteigert werden, was einen wöchentlichen Zuwachs von 270 Megawatt an öffentlicher Ladekapazität erfordert. In den letzten Jahren zeigte sich, dass der Marktanteil batterieelektrischer Fahrzeuge in der EU kontinuierlich gewachsen ist und 2023 rund 14,6 Prozent erreichte.
Trends und Herausforderungen
Die Elektromobilität hat sich insbesondere in Ländern wie Norwegen und den Niederlanden rasant entwickelt. Norwegen erreichte 2023 einen E-Auto-Anteil von über 82 Prozent. In Deutschland ist es wichtig, dass der Infrastrukturaufbau mit der steigenden Zahl an Elektrofahrzeugen Schritt hält. Der Markt der Elektroautos ist in den letzten Jahren durch Wettbewerber wie Tesla, Volkswagen, Stellantis und Renault geprägt worden, die zunehmend batterieelektrische Modelle auf den Markt bringen.
Allerdings bestehen noch große Unterschiede in der Anzahl der Ladepunkte zwischen den europäischen Ländern. Während die Niederlande und Norwegen Führungspositionen einnehmen, verläuft der Ausbau in vielen osteuropäischen Ländern deutlich langsamer. Der aktuelle Bedarf an Ladepunkten wird durch den geringeren Absatz von Elektroautos in diesen Ländern beeinflusst, so dass die Entwicklung der Ladeinfrastruktur hier eine besondere Herausforderung darstellt.
Zusammenfassend ist der aktuelle Schritt der Bundesregierung ein bedeutender Fortschritt in der Förderung der Elektromobilität. Eine extensive und zugängliche Ladeinfrastruktur ist entscheidend, um die Akzeptanz von Elektrofahrzeugen weiter zu steigern und den Umstieg auf umweltfreundlichere Verkehrsmittel voranzubringen. Die Entwicklung in den kommenden Jahren wird entscheidend sein für den Erfolg der geplanten Elektromobilitätsstrategie.